Nachdem ich den Sachverhalt juristisch von einer Fachanwaltskanzlei habe prüfen lassen, möchte ich mich zu dem Presseartikel in der Westfälischen Nachrichten vom 20.01.2020 wie folgt äußern:

Zunächst wurden im Jahr 2018 und 2019 von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Würzburg für die Vermietung meiner drei Hausboote Bootszeugnisse erteilt, mit denen mir die Berechtigung ausgesprochen wurde, dass diese auf allen Wasserstraßen der Zonen 3 und 4 vermietet werden dürfen. Diese Bootszeugnisse hätten mich daher in jedem Fall dazu berechtigt, meine Hausboote auch an der Anlegestelle in Münster zu vermieten.
Die Zeugnisse wären bis 2025 gültig gewesen.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat nun vor Ablauf dieser Gültigkeitsdauer eine Änderung der Bootszeugnisse für erforderlich gehalten, um das Entstehen sicherheitsrechtlicher Gefahren, wie z.B. durch das Betreten des Daches und durch Fahrten in der Nacht, zu verringern. Die erforderlichen Änderungen wurden im Einvernehmen mit der Behörde besprochen. Ohne meine Kenntnis und ohne vorherige Rücksprache erfolgte dann jedoch in den Bootszeugnissen eine unverhältnismäßige Beschränkung des Fahrtbereichs für die Hausboote, die von mir nicht beantragt wurde und die auch nicht gerechtfertigt ist.

Selbst wenn bezüglich der Betriebsstätte in Würzburg eine Gefahrensituation auf dem Main vorliegen sollte, die eine solche Beschränkung rechtfertigen würde, gilt dies in keinem Fall für meine Betriebsstätte in Münster. Da der alleinige Sitz meines Unternehmens in Würzburg ist, ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Schweinfurt auch für die Erteilung von Bootszeugnissen für die Betriebsstätte in Münster zuständig. Folglich gab es keinen Grund für die vorgenommene Beschränkung. Da die Beschränkung des Fahrtbereichs in den Bootszeugnissen ohne vorherige Anhörung meinerseits erfolgte, bin ich durch meinen Widerspruch von einer aufschiebenden Wirkung der jetzigen Beschränkung in den Zeugnissen ausgegangen.
Aus diesem Grund ging ich davon aus, dass die Vermietung von Hausbooten in Münster rechtmäßig sei und weiterhin die Regelung gelte, dass ich die Hausboote auf allen Wasserstraßen der Zonen 3 und 4 vermieten darf. Deswegen ist die Behauptung des Herrn Roger Lietzau von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Münster schlichtweg falsch, ich hätte die hiesige Behörde getäuscht.
Mit dieser Falschbehauptung wird mir ein böswilliges Verhalten unterstellt, was jedoch absolut nicht der Fall ist. Dies möchte ich hiermit nachdrücklich klarstellen. Vielmehr fühle ich mich selbst von der Behörde getäuscht, da mir die Beschränkung ohne vorherige Anhörung und nach vermeintlich einvernehmlichen Gesprächen auferlegt wurde.
Die Aussage des Herrn Roger Lietzau, dass durch die Beschränkung sichergestellt werde, dass unsere Hausboote nur noch in einem weniger frequentierten und breiteren Bereich des Mains verkehren, ist absolut falsch. Durch die Beschränkung, ist nämlich genau das Gegenteil eingetreten. Die Hausboote dürfen nur noch auf einem stark frequentierten Bereich des Mains fahren mit vorhandener Engstelle.
Die Aussage „man könne froh sein, dass es dabei keine Toten gegeben habe“ ist vollkommen ungerechtfertigt und nicht nachvollziehbar.
Zu widersprechen ist zudem der Behauptung des Herrn Roger Lietzau, meine Hausboote würden nicht die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, die für eine Zulassung der Vermietung in Münster erforderlich wären. Gemäß der geltenden Binnenschifffahrt-Sportbootvermietungsverordnung darf ein Sportboot vermietet werden, wenn es dafür technisch zugelassen ist. Diese Voraussetzungen sind für die von mir vermieteten Hausboote zweifellos erfüllt, was bereits aus den erteilten Bootszeugnissen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung Schweinfurt hervorgeht. Wäre diese Voraussetzung nicht erfüllt, hätte die Behörde mir diese Bootszeugnisse nicht erteilt.
Bootszeugnisse werden nach der gesetzlichen Regelung nur erteilt, wenn die Fahrtauglichkeit der Sportboote nachgewiesen wurde. Ein solcher Nachweis ist erfolgt. Einzig und allein die von der Behörde vorgenommene ungerechtfertigte Einschränkung des Fahrtbereichs hindert mich derzeit daran, Hausboote an meiner Betriebsstätte in Münster zu vermieten.
Gegen diese behördliche Entscheidung habe ich bereits Widerspruch einlegen lassen. Leider wird sich hierdurch der Start des Bootsverleihs in Münster verzögern, ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir die erforderlichen Genehmigungen erhalten werden.

Notfalls werden wir die behördliche Entscheidung gerichtlich überprüfen lassen.